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Safeguarding Cultural Heritage An Dinh Palais, Hué, Vietnam |
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Wie es war, was es wird. |
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 Der Männerwelt zugetan: Exzentriker Khai Dinh |
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Khai Dinh geht seinen eigenen Weg — Tradition und Moderne in vietnamesischer Baukunst
Die größte Leidenschaft Khai Dinh´s, dem 12. und vorletzten Kaiser der Nguyen-Dynastie, war das Bauen. In seiner nur 8-jährigen Regierungszeit (1917-25) entstanden mehrere größere und kleinere Paläste und Wohnbauten für die kaiserliche Familie. Erhalten geblieben ist nur sein erstes Bauwerk, das An Dinh Palais, das er gleich nach seiner Thronbesteigung in Auftrag geben lässt und sein langwierigster Bau, die eigene Grabanlage, die erst sechs Jahre nach seinem Tode vollendet wurde.
Architektonische Vorbilder findet Khai Dinh in den französischen Schlossbauten. Die traditionelle vietnamesische Architektur empfindet er als rückschrittlich. Der Kaiser von Frankreichs Gnaden trägt die Vision beeindruckender Prachtbauten in sich, die sich von den Gebäuden seiner Vorgänger unterscheiden sollen.
Das An Dinh Palais und seine umgebende Schlossanlage markiert den Beginn seiner verwirklichten Träume.
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 Es ist vollbracht: Eröffnung des An Dinh Palais im Winter 1918  Bauen ohne Pause: des Kaisers Wohnpalast in der Verbotenen Stadt, 1920 begonnen |
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 Traditioneller vietnamesischer Palast in der Grabanlage von Kaiser Dong Khan, dem Vorgänger Khai Dinhs  Der Palast von innen: Holz, Schnitzwerk, Lack und Blattgold - die historischen Materialien der Kaiserbauten  Traditionelles auf den Dächern: farbige Emaillen, Fayancen und mosaikverzierte Plastiken |
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Der große Mix — alte und neue Baumaterialien
Wertvollstes und üblichstes Baumaterial im traditionellen Vietnam ist Holz. Ziegelsteine, Dachziegel, Mörtel und Naturstein vervollständigen die Baukonstruktionen. Diese Materialien sind den tropischen Klimabedingungen des Landes zumindest teilweise gewachsen. Besonders Hué ist von einer ganzjährige tropische Feuchte (80-99 %) und besonders hohen Niederschlagsmengen (Jahresmittel 3031 mm) gekennzeichnet. Verfallsprozesse verlaufen hier vergleichsweise rasant.
Die reichhaltigen Architekturdekorationen bestehen aus Fayancen, Glas- und Prozellanmosaiken, Plastiken und Reliefs aus Mörteln, freskalen Malereien, Emaillen, Schnitzereien, Lacken, Harzen und Vergoldungen. Sie sind diesen schwierigen Bedingungen angepasst.
Die modernen Bauten Khai Dinh´s hingegen sind Ziegelbauten. Deckenträgerelemente bestehen aus Eisen und Stahl, für Mörtel und Putze wird jetzt auch Zement verwendet. Holz spielt nur noch als Material für Fenster, Türen, Dachstühle und Schnitzwerk eine Rolle.
Die bewährten traditionellen Dekorationstechnologien behält auch Khai Dinh weitestgehend bei, sie werden jedoch durch europäische Einflüsse bereichert und stilistisch verändert. Die Fusion zwischen östlicher und westlicher Baukunst beginnt schon um 1845, unter Khai Dinh entwickelt sie sich jedoch zu einer eigenständigen beeindruckenden Ausdrucksweise.
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 Üppige Details in Zement: die Fassade des Mausoleums von Khai Dinh  Farbenpracht in Mosaik: Das Mausoleum Khai Dinhs innen  Moderne Sujets: Detail im Mausoleum Khai Dinhs |
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 Licht und florale Gestaltung: die "Gartenzimmer"-Bemalung der Flankenräume (in Bearbeitung)  So empfängt das Palais seine Besucher: Das Vestibül (in Bearbeitung)  Blütendetail der Deckenbemalung in den Räumen des 2.Geschosses |
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Barocke Stilistik — so präsentiert sich das An Dinh Palais
Die Verschmelzung von Architektur und Umgebung charakterisieren das An Dinh Palais, das sich in Bauweise und Gestaltung stilistisch an den Barockschlössern Frankreichs orientiert. Alle Räume des symmetrisch gegliederten, 2-geschossigen Ursprungsbaus sind durch eine Vielzahl zweiflügeliger Türen und Innenfenster miteinander verbunden. Mehrere Terrassentüren sorgen für die Öffnungen der Flankenräume im Erdgeschoss. Die offene und luftige Architektur schafft so eine unmittelbare Verbindung zur umgebenden Gartenanlage. Mit geschlossenen Fenstern und Türen ist es ein lichtes, die Privatsphäre wahrendes Gebäude, da für die Verglasungen transparentes Strukturglas verwendet wurde.
Sämtliche Wand- und Deckenflächen des Schlosses sind mit Dekorationsmalereien und profilierten, teilweise stuckbesetzten Gesimsen verziert. Die nach außen liegenden Räume unterstützen durch ihre "Gartenzimmer"-Bemalung (Blütenmotive, Blumen- und Schmetterlingsgirlanden, illusionistisch gemalte Fenster- und Türrahmen) die gewünschte Verschmelzung von innen und außen. Die Wandflächen der innen liegenden Repräsentations- und Wohnräume (je drei im EG und 1. OG), zeigen Dekorationsmalereien, die die Illusion von Seidenbespannungen (EG) bzw. Mustertapeten (1. OG) erwecken sollen. Im Erdgeschoss sind alle Tür- und Fensteröffnungen dieser Räume durch prunkvolle geschnitzte Goldrahmen verziert und mit einem Sockelpaneel ausgestattet. Die Deckenspiegelflächen sind mit floralen Motiven und illusionistisch gemaltem Schnitzwerk bemalt. |
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 Türen und Fenster in Hülle und Fülle: Das Erdgeschoss des Palais´ in seiner ursprünglichen Form  Edle Seidenimitationen, Goldrahmen und Holzpaneele, die keine sind: der Salon R.1.12 (hier noch mit "falschen" weißem Anstrich der Fenster und Türen)
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 Grabanlage des Begründers der Nguyen-Dynastie Gia Long (1802-20)  Grabanlage des dritten Nguyen-Kaisers Thieu Tri (1841-47)  Grabanlage des neunten Nguyen-Kaisers Dong Khan (1885-89)  Spiegelglatte Oberflächen des Wandputzes im Vestibül: Probeaufstriche zur Ermittlung einer haftenden Grundierung für die Retuschen
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Im Vestibül, dem "wichtigsten" zentralen Raum des Schlosses, befinden sich sechs große Wandmalereien mit Darstellungen der Grabanlagen der sechs bedeutendsten Nguyen-Kaiser.
Die Malereien sind in Zentralperspektive ausgeführt und gelten als sehr frühe Zeugnisse dieser ‚westlichen' Darstellungsweise in Vietnam, die dort erst ab der Jahrhundertwende bekannt wurde (die traditionelle ‚östliche' Form ist die Parallelperspektive).
Ornamentierte polychrome Steinzeugfliesen zieren die Bodenflächen. Die Technik stammt aus Frankreich, hergestellt wurden die Fliesen aber vermutlich in Vietnam.
Ursprüngliche Materialien — Die Zutaten
Die üppig mit Stuck verzierte Fassade des verputzen Ziegelbaus war ursprünglich ockerfarben gekalkt.
Wand- und Deckenflächen, Gesimse und Sockelpaneele der Innenräume bestehen aus einem geglätteten Putz, der eine enorme Festigkeit aufweist. Erste Analysen ergaben, dass es sich um einen Kalkputz mit geringen Zement- und hohen Proteinanteilen handelt. Möglicherweise sind außerdem auch traditionelle Zusätze wie Rohrzucker und Harze enthalten. Die glatten Putzoberflächen wurden aus verdichteten Kalk- und Zementschlämmen hergestellt, die vermutlich ebenfalls traditionelle Glättzusätze beinhalten.
Grundiert sind alle Malereien mit einem Proteinleim-gebundenen Kreide-Bleiweiß-Grund.
In den Repräsentationsräumen des Erdgeschosses sind die Wandmalereien in Harzfarben ausgeführt und gefirnist. Das Harz stammt vermutlich vom so genannten "Lackbaum" (vietn. Cay so´n, lat. Rhus Succedanea). Der milchig-weiße Saft dieses Baumes wird seit jeher in Asien gewonnen und durch langwierige manuelle Verfahren zu Lacken unterschiedlicher Qualität und Farben aufgearbeitet. Eine pure Verwendung des Harzes für Malfarben scheint ausgeschlossen, da der Lack sehr zäh ist. Üblich sind Mischung von Harz / Öl oder Harz / Wachs. Die Verwendung von Ölen konnte durch spezifische Untersuchungen jedoch ausgeschlossen werden, es wird daher ein Wachszusatz vermutet.
Alle anderen Wand- und Deckenmalereien sind mit Proteinleim ausgeführt, die Wandmalereien sind außerdem gefirnist. Diese Technologie ist ungewöhnlich und ließ erst vermuten, dass der Firnis einer späteren Auffrischung zuzuschreiben ist. Das konnte durch unsere Untersuchungen jedoch widerlegt werden.
Dieser kurze Einblick lässt erkennen, wie schwierig es ist, die verwendeten Materialien zu identifizieren. Es handelt sich um Mischungen und Kombinationen, die weder in Europa in dieser Form üblich, noch in der vietnamesischen Tradition verwurzelt sind. Wie auch bei der Architektur wurden verschiedene Materialien neu kombiniert und angewendet. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, Erfahrungen zeigen jedoch, dass auch den hoch entwickelten naturwissenschaftlichen Analysemöglichkeiten Grenzen gesetzt sind.
Materialien der späteren Bauphasen — nicht mehr ganz so edel
Um 1920 wurde das Palais um das 3. OG und vier an der Nordseite gelegene Räume erweitert. Das Gestaltungsprinzip sowie die dafür verwendeten Materialien entsprechen denen des ursprünglichen Gebäudes. Möglicherweise wurden schon zu dieser Zeit oder um 1945 Ausbesserungen und vereinzelt Neugestaltungen vorgenommen, für die Malereien wurden proteinleimgebundene Farben ohne abschließenden Firnis verwendet. Die Qualität dieser Ausführungen liegt zum Teil deutlich unter der der ursprünglichen Malereien.
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 Grabanlage des zweiten Nguyen-Kaisers Ming Mang (1820-41)  Grabanlage des vierten Nguyen-Kaisers Tu Duc (1847-83)  Bisher nicht identifizierte Grabanlage  Abgenommenes Deckenputzfragment: der Putz ist so hart, dass er für die Replatzierung mit einem Trennschleifer gedünnt werden muss  Wie ein Spinnennetz: Die Firnisschicht ist gerissen
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 Die Entdeckung: Unter dem tristen Wandanstrich versteckt sich die ursprüngliche kaiserliche Pracht. Auch die Paneele, einst in wie edles Holz gestaltet, sind durch grünen Decklack entstellt. |
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Vorzustand — monochromes Einerlei
Alle Wandmalereien mit Ausnahme denen des Vestibüls wurden mit Beginn der staatlichen Nutzung des Gebäudes (ab 1975) überstrichen. Deckenmalereien blieben nur im Vestibül und den beiden angrenzenden Salonen sowie im Treppenhaus sichtig erhalten. Die harzgebundenen Malereien wurden zunächst mit Kunstharzfarben, die proteinleimgebunden Malereien mit Kalkschlämmen, Proteinleimfarben und Kunstharzdispersionen überfasst. Die Deckenmalereien im 2. OG erhielten vor dem Anstrich als Absperrung gegen Wasserschäden eine dünne Zementschlämme. Die ursprünglich mit dem traditionellen rotbraunen Naturharzlack lasierten Fenster, Türen und Sockelpaneele wurden mit deckenden Kunstharzlacken überstrichen.
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 Mühselige Millimeterarbeit: das Abtragen der hartnäckigen Zementschicht
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 Reduzierte Malerei auf Wänden, Gesimsen und Deckenspiegel: typisches Bild nach Entfernung der späteren Anstriche  Blumengirlanden unter schwarzem Ruß erstickt: Überleben nach dem Krieg  Wasser lässt Eisen rosten: Sanierung der Eisenträger am Deckenspiegel des Vestibüls |
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Die Schäden — Wasser, Wasser und noch mal Wasser
Die vorgefundenen Schäden sind im Wesentliche zurückzuführen auf: - für die klimatischen Verhältnisse ungeeignete Malereitechnologie
- permanent hohe Luftfeuchtigkeit, bei saisonal bedingten Temperaturschwankungen auch Kondenswasserbildung auf den Oberflächen
- Bauwerksschäden durch Krieg und mangelnde Instandhaltung (undichtes Dach, verstopfte und defekte Regenwasserableitungen, unvollständige Verglasungen der Außenfenster und -türen)
- Bauweise der Außenfenster und -türen (Undichtigkeit, dadurch Eindringen von Wasser bei windigem Regen)
- Salzbelastungen durch Reaktionsprozesse infolge von Feuchteeinwirkungen
- Überfassungen
- Zweckgebundene und zweckentfremdete Nutzung
Bei den Schäden handelt es sich hauptsächlich um: - Verluste in den Proteinleim-gebundenen Malereien durch aufquellende Grundierungen und Bindemittelabbau
- Haftungsverluste bis hin zu Totalverlusten der harzgebundenen Malereien durch anquellende Grundierungen
- Vergipsungen und Verkrustungen der Malereioberflächen, dadurch Schleierbildung
- An den Decken: stellenweise korrodierte Eisenträger, dadurch Putzabsprengungen Wasserflecken, Verfärbungen, Malschichtverluste durch Zementschlämmen
- Kraquelé-Bildung, Erblindung und Verbräunung des Harzfirnisses
- Verrußungen durch spätere provisorische Kochstellen
Es wird deutlich, dass die Eigenschaften der Originalmaterialien in Kombination mit der Einwirkung von Wasser in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen die Hauptursache der entstandenen Schäden ist.
Restaurierungskonzept — wie Phönix aus der Asche…
Die Ausmalungen sind unter den Überfassungen zwar in unterschiedlichem Grad, aber grundsätzlich noch erhalten und restaurierbar. Das Konzept sieht daher vor, die Malereien freizulegen, zu konservieren und restaurieren und somit das Gebäude in seiner ursprünglichen Form als kaiserliches Palais wieder erlebbar werden zu lassen. An der Umsetzung der dafür notwendigen Grundvoraussetzung, – der Reduzierung des Wassereintrages – wird parallel zu den Restaurierungsmaßnahmen gearbeitet.
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 Verluste, die schmerzen: der Zahn der Zeit nagte auch an nicht überstrichenen Malereien  Gefährlich: Kondenswasserbildung nach feuchtkalten Nächten  Versalzen, verkrustet und verfärbt: Eine der beiden Treppenhausdecken  Verfälscht: links Malerei ohne Firnis, unter Türverkleidung erhalten, rechts Malerei mit verbräuntem und blindem Firnis |
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 Mit Skalpell und Lösemitteln: Die Freilegung der Malerei in den Salonen  Probekörper: in Vorproben wird die geeignete Putz-Ergänzungsmasse ermittelt  Rückführung: gedünnte bemalte Putzfragmente werden replatziert  1_Konservierte Wandmalerei mit Fehlstellen vor der Retusche  3_Ergänzung 2.Schritt: der Hintergrund wird originalgetreu retuschiert, alle frei gemalte Motive werden nur soweit ergänzt, wie sie nachvollziehbar sind. |
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Maßnahmen — unzählig viele kleine Gesten
Die Freilegung der überfassten Malereien muss durch die reduzierte Haftung der Kreidegründe auf den glatten Putzoberflächen und deren Toxizität (Bleiweißanteile) äußerst behutsam vorgenommen werden. Verwendet werden dafür Skalpelle, die kunstharzgebundenen Überfassungen werden zuvor mit Methylethylketon (2-Butanon) leicht angelöst. Die (außer an den Deckenmalereien) vorhandenen verbräunten und blinden Firnisse werden mit einer Spiritus-Keton-Lösung angelöst und reduziert. Gleichzeitig dringt das angelöste Harz an den Fehlstellenrändern der harzgebundenen und durch die leimgebundenen Malschichten in die darunter liegenden Kreidegründe und verfestigt diese. Schleier sowie Verschmutzungen auf den Malereien werden mittels einer Spiritus-Seifen-Lösung (Vulpex) abgenommen. Bei den harzgebundenen Malereien erwies sich eine weitere Konsolidierung der Grundier- und Malschicht in der Regel als nicht notwendig, die Proteinleim-gebundenen Malereien benötigen in vielen Bereichen jedoch eine weitere Festigung (Klucel E, stabilisiert mit Paraloid B 72).
Die Wand- und Deckenputze zeigen sich trotz hoher Feuchtebelastung und absperrenden Mal- und Überfassungsschichten und Firnissen erstaunlich stabil und fest. Ergänzungen werden mit Kalkmörtel mit geringem Zementzusatz vorgenommen, Spachtelmassen und Glättschichten (Malereigrundierung) werden aus Calcit und Acrylfarbe hergestellt.
Die durch Korrosion einiger Decken-Eisenträger entstandenen Putzabsprengungen werden durch Putzabnahmen, Oberflächensanierung der Träger und Re-Applikation der gedünnten bemalten Putzfragmente behoben.
Für die Ergänzung der Malerei-Fehlstellen werden Acrylfarben und Ölfarben verwendet, die ursprünglich gefirnisten Wandmalereien werden abschließend durch einen Dammarfirnis geschützt.
Temperatur- und Feuchtigkeitsmessungen, Materialvorproben sowie Erfahrungen aus der Startphase des Projektes haben gezeigt, dass die Konservierungs- und Restaurierungsmaterialen im besonderen Maße den tropischen Bedingungen gewachsen sein müssen. Gefahr besteht vor allem in der Besiedlung von Mikroorganismen, einem beschleunigten Bindemittelabbau und in Farbveränderungen. So erwiesen sich z.B. Materialien mit natürlichen organischen Bestandteilen als ungeeignet, europäische Produkte aus Acryldispersionen als zu unbeständig.
Die verwendeten Acrylfarben wurden für Vietnam entwickelt (Nippon Paint, Singapore), enthalten Reinacrylat, Kreide, stabile Pigmente und einen Fungizidzusatz. Klucel E (mit Preventol ON-Zusatz) Paraloid B 72; Ledan, Vulpex, Mixol-Abtönfarben, Künstleröl- und acrylfarben und Dammarharz bilden die schmale Hauptpalette der Materialien, die sich seit Beginn der Arbeiten 2003 bewährt haben.
Im Sinne der Nachhaltigkeit des Ausbildungsprogramms, der Beschaffungsschwierigkeiten und Einfuhrbeschränkungen bilden Test und Verwendung traditioneller und moderner hiesiger Produkte für Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen einen wichtigen Aspekt der Arbeit. Da in Vietnam die Erhaltung geschädigter historischer Substanz eine relativ neue denkmalpflegerische Herangehensweise ist, ist die Produktpalette für dieses komplizierte und spezifizierte Aufgabenfeld jedoch noch sehr beschränkt.
Zukunft: vornehme Nutzung für eine wertvolle Anlage
Die Restaurierung der Innenräume wird vorrausichtlich Ende 2008 abgeschlossen sein. Auch die Arbeiten zur weiteren Wiederherstellung der Außenanlagen sind im Gange. Ein erster Höhepunkt wird die Teileröffnung und Ausstellung über dieses Projekt im Rahmen des Hué-Kulturfestivals im Juni 2008 sein.
Das restaurierte Palais wird zukünftig als Schlossmuseum und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

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 Spezielles Gemälde-Reinigungsmittel: Die Malereien werden entschleiert und gereinigt  Puzzle: Vorbereitung der abgenommenen Putzfragmente für die Wiederanbringung  Spolvero-Technik: Übertragung der Motive für die Retusche über perforiertes Transparentpapier und Pausbeutel  2_Ergänzung 1.Schritt: Retusche des Hintergrundes im aufgehellten Grundfarbton des Originals  4_Retuschemethode (links Original, rechts Ergänzung): alle malerischen Ergänzungen werden in kleinen feinen Strichen ausgeführt, um die Unterscheidung vom Original zu gewährleisten ("Rigatino"-Technik) |
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