Safeguarding Cultural Heritage An Dinh Palais, Hué, Vietnam

Restaurierung UND Ausbildung –
ein kleiner großer Schritt nach vorne.

Ganz ohne Büroarbeit geht es leider
auch nicht

Große Wände brauchen viele Hände

Eintauchen in die Kunst Hués:
Exkursionen gehören zum
Ausbildungsprogramm

Erst das Verstehen, dann die Ausführung:
Erläuterungen der Maßnahmen

Behutsame Retuschen zaubern die Schönheit zurück

Nichts für schwache Körper: die Arbeit erfordert Feingefühl und Muskeln

Das ramponierte Original bewahren,
aber schön aussehen soll es auch:
die Trainees lernen, wie es geht

Individualisten im Team: nur gemeinsam wird es ein großes Ganzes

Retusche will gelernt sein: Übung auf Papier

"Plaster-Master" Tan fügt das Puzzle zusammen

Viele kleine Näpfe…

Auch Größenunterschiede lassen sich leicht bewältigen

Wie aus einem Vestibül
ein ganzes Schloss wird

Die Idee zu diesem Projekt wird beim ersten Restaurierungseinsatz in Hué geboren. Im Sommer des Jahres 2003 reisen drei Potsdamer Restauratoren auf Initiative des Vereins 'Leibniz Gesellschaft für kulturellen Austausch' und dem Hué Monument Conservation Centre nach Vietnam, um die vom Kulturerhalt-Programm des Deutschen Auswärtigen Amtes finanzierte Konservierung und Restaurierung der Wandgemälde im Vestibül des An Dinh Palais durchzuführen. Da sich abzeichnet, dass das gesamte Palais ausgemalt zu sein scheint, werden im selben und darauf folgenden Jahr Untersuchungen zur ursprünglichen Innenraumgestaltung angestellt. Diese münden in Dokumentationen und in einer Konzeption, die, die Restaurierung der Wand- und Deckenmalereien zusammen mit fachlich ausgebildeten vietnamesischen Trainee-Restauratoren vorsieht sowie einem Antrag beim Deutschen Auswärtigen Amt auf finanzielle Förderung eines solchen Vorhabens. Die Förderung wird im Sommer 2005 bewilligt, noch im Herbst startet das Projekt.

Hués riesige Aufgabe — ohne Fremdhilfe kaum
zu bewältigen

Während der Arbeiten in Hué 2003 und 2004 wird deutlich, dass der Schatz an erhaltenen Baudenkmälern in der ehemaligen Kaiserhauptstadt trotz verheerenden Kriegsverlusten beachtlich ist, das Land aber über keine ausgebildeten einheimischen Fachkräfte verfügt, die diese fachgerecht restaurieren können.

35 Jahre Krieg haben Vietnam in jeder Hinsicht grausam geschädigt. Erfahrene Kunsthandwerker, die mit den traditionellen Techniken vertraut sind, gibt es nur noch wenige, historische Dokumente sind verbrannt, die Schäden an den historischen Gebäuden durch Kriegszerstörung und Klima erheblich. In Hué, dessen Ensemble der kaiserlichen Bauten seit 1983 unter UNESCO-Weltkulturerbe-Schutz steht, wird schon seit 1982 an der Erhaltung und am Wiederaufbau des kulturellen Erbes gearbeitet. Unterstützung aus dem Ausland ist hierbei unerlässlich und kommt der Stadt seit Jahren in verschiedenster Form zugute. Dennoch wird nur die Ausbildung eigener Spezialisten im Fachbereich Restaurierung dem Land langfristig helfen, sein Kulturgut zu bewahren. Das Restaurierungs- und Ausbildungsprojekt An Dinh Palais versteht sich als ein Baustein im Bemühen Hué's um den Erhalt seines kulturellen Erbes. Denn nur die Ausbildung eigener Spezialisten wird dem Land langfristig helfen, sein Kulturgut selbstständig bewahren zu können.

Von Anfang an ein starkes Team —
die vietnamesischen Trainees

So werden die restauratorischen Arbeiten im An Dinh Palais von Anfang an mit Vietnamesen ausgeführt, die unter Anleitung der deutschen Restauratoren arbeiten. Nach den empirischen Erfahrungen in den ersten beiden Jahren haben wir daraus das heutige Ausbildungskonzept entwickelt, welches in Vietnam Pilotcharakter hat: Mit Projektbeginn 2005 werden die Trainees des Teams durch eine Zugangsprüfung ausgewählt. Hauptbedingungen für eine Aufnahme in das Projekt sind die besondere Eignung, das ernsthafte Interesse am Erlernen der konservatorischen und restauratorischen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie Teamfähigkeit.

Die praktische Arbeit wird so gestaltet, dass die deutschen Experten eine umfassende praktische und theoretische Einführung in die jeweils anstehenden Aufgaben geben und die Trainee-Restauratoren die Arbeiten weitestgehend selbstständig ausführen. Parallel werden in Seminaren, Exkursionen und Kompaktkursen Grundlagen der Konservierung/Restaurierung vermittelt.

Dieses Projektkonzept ist bisher sehr erfolgreich, das Team lernt und arbeitet mit großem Engagement und Interesse. Die Erfahrung, fundiertes Können und Wissen vermittelt zu bekommen, sich dieses anzueignen und gleichzeitig selbstverantwortlich anzuwenden, findet bei den Trainee-Restauratoren breite Zustimmung.

Beachtliche Ergebnisse und Resonanz — ein
bisschen Stolz darf sein

Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit können sich sehen lassen und wurden mehrfach in den Medien als beispielgebend für Vietnam hervorgehoben. Internationalen Standards entsprechend hat die Konservierung der Originalsubstanz hier höchste Priorität. Nur sparsame Ergänzungen zur Erzielung eines ästhetischen Gesamterscheinungsbildes werden vorgenommen, was für das vietnamesische Verständnis von Denkmalpflege keineswegs üblich ist. Wie in Asien allgemein, wird geschädigte Substanz meistens nicht erhalten, sondern auf dem Wege der Rekonstruktion komplett erneuert.

Tage der offenen (Palast)Türen —
die Ausstellung im Juni 2008

Zum zweijährlich stattfindenden Hué-Kulturfestival im Juni 2008 werden wir in einer Teileröffnung des Palais die bisherigen Ergebnisse der Restaurierung erstmals einer breiten nationalen und internationalen Öffentlichkeit vorstellen. Eine große Ausstellung im noch unangetasteten 3. Geschoss des Palais wird einen umfassenden Einblick in die Projektarbeit geben. In einem Raum des Palais werden einige Trainees ihre Restaurierungsarbeit fortsetzen: eine einmalige Chance für Besucher, die tatkräftige Umsetzung des diesjährigen Festival-Mottos - 'Kulturerbe mit Integration und Entwicklung' - hautnah zu erleben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Es muss weiter gehen —
und wir sind gerne dabei

Nach Abschluss des Projektes Ende 2008 stehen den Denkmalpflege-Institutionen Vietnams 15 Fachkräfte mit fundierten Basiskenntnissen zur Verfügung. Um jedoch die komplexen schwierigen Aufgaben, die eine fachgerechte Konservierung und Restaurierung der historischen Baudenkmäler Hué´s erfordert, meistern zu können, ist weitere Unterstützung unumgänglich. Deshalb wird auch die Arbeit des GCREP-Teams in Hué nach Abschluss des An Dinh Projektes noch nicht beendet sein.

Wie gesagt, dieses Projekt kann nur ein kleiner Beitrag von den noch vielen benötigten sein. Noch muss weiterhin daran gearbeitet werden, dass Vietnam in Zukunft die Erhaltung seines großartigen Kulturerbes aus eigener Kraft und mit eigenem Wissen bewältigen kann. Und wir helfen sehr gerne dabei!



Ganz schön schwierig: Bewerber beim Eignungstest

Die Geheimnisse der Restaurierung: Seminare geben (einen) Einblick

Das "Sommerteam" in guter Laune

Gemeinsame Lösungen für knifflige Probleme

Kopieren als Übung

Das Materiallager

Besuch des italienischen Restaurierungsprojektes in My Son

Verlorene Formen werden gesucht
und gefunden

Unentbehrlich: Thao, die Dolmetscherin

Viele Menschen, großer Durst

Anfertigung der Pausen zur Übertragung

Lernen für die Zukunft: die Chance
wird genutzt

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